Die 1972 erbaute Orgel in St. Peter bedarf einer umfangreichen Reinigung und Überarbeitung der Pfeifen.
Bei einer Orgelreinigung werden folgende Arbeiten durchgeführt:
Sämtliche Pfeifen werden Register für Register ausgebaut und einzeln innen und außen gründlich gereinigt. Dabei wird das gesamte Pfeifenwerk überarbeitet, die Stimmvorrichtungen sämtlicher Pfeifen in Ordnung gebracht, Verbeulungen und Verbiegungen bei Metallpfeifen werden entfernt, eventuelle Risse werden gelötet; eventuelle Risse an Holzpfeifen werden ausgespänt oder neu verleimt, Pfeifenstöpsel und -deckel neu eingepasst. Die Zungenpfeifen werden in ihre Einzelteile zerlegt und sorgfältig auf den Sitz der Nüsse, Kehlen, Zungen, Keile und Stimmkrücken hin überprüft und soweit erforderlich überarbeitet.

Überarbeitung der Prospektpfeifen

Zahlreiche Prospektpfeifen sind im Bereich der langen Pfeifenfüße –verformt. Die Pfeifenfüße sollen mit "Inlays" aus Kupfer oder Zink verstärkt werden, so dass Verformungen künftig ausgeschlossen sind. Dazu werden die Pfeifen ausgebaut und in Transportkisten in die Werkstatt der Orgelbaufirma Klais nach Bonn transportiert.
Hier werden dann die Pfeifenfüße anhand der vorgegebenen Maße neu angefertigt, die dann als Verstärkung dienen. Die vorhandenen Pfeifenfüße werden um diese Verstärkungen gezogen, sodass die Pfeifenfüße genauso wieder aussehen wie im Ursprung. Die so verstärkten Füße werden dann mit den Pfeifenkörpern zusammengelötet. Anschließend werden die Pfeifen einheitlich poliert, eventuelle Verformungen beseitigt und nach dem Rücktransport nach Sinzig wieder in die Orgel eingesetzt, um mit dem übrigen Pfeifenwerk und auf der vorhandenen Tonhöhe gestimmt.

Stimmen der Orgel

Das Pfeifenwerk wird, nachdem es gereinigt und überarbeitet wurde, Register für Register wieder in die Orgel eingesetzt und in der Intonation ausgeglichen, wobei Tonstärke und Klangcharakter der einzelnen Pfeifen korrigiert werden. Dabei wird insbesondere der Principalchor des Hauptwerks und die Horizontaltrompete klanglich überarbeitet.
Diese Nachintonation erfolgt übrigens in enger Zusammenarbeit mit dem Organisten Herrn González und dem Orgelsachverständigen des Bistums.

Elektroinstalation

Die Elektroinstallation entspricht in weiten Bereichen nicht mehr den heutigen Sicherheitsanforderungen. Es fehlen Einzelsicherungen, teilweise offen liegenden Kontaktstellen bergen ein hohes Gefahrenpotential, das so nicht bleiben darf. Darüber hinaus kommt es im Bereich der Elektroinstallation immer wieder zu Funktionsstörungen. Die Bürstenkontakte der Tasten und die Kontakte der Registerschalter arbeiten nicht mehr zuverlässig, ebenso das seinerzeit in Eigenkonstruktion gebaute Setzer- und Koppelsystem, für das keine Ersatzteile mehr erhältlich sind.

Neues Koppel- und Setzersystem

Das gesamte elektrische Koppelsystem und der vorhandene Setzer, einschließlich aller dazugehörigen Steuerungen und Komponenten, wird durch ein neues, digitales System ersetzt. Dabei werden alle vorhandenen Funktionen wie Tastenfessel, Mixturensetzer, Registermanual, etc. unverändert weiter genutzt werden können. Darüber hinaus sind künftig zusätzliche Funktionen wie beispielsweise frei programmierbare Koppeln, Melodiekoppeln oder Registerfessel möglich.

Überarbeitung und Teilerneuerung der mechanischen Spieltraktur

Die Verbindungen zwischen den Tasten der Klaviaturen im Spieltisch und den Ventilen in den Windladen werden über Aluminiumdrähte hergestellt. Die Umlenkungen erfolgen über Winkel, deren Achspunkte mit Spitzachsen gelagert sind. Als die Orgel in Ihrer Kirche gebaut wurde, entsprach diese Art der Traktur der gängigen Praxis. Insbesondere die Lagerungen in Spitzachsen haben sich jedoch nicht bewährt und bereiten heute zunehmend Probleme.

Der Orgelbauer

Beauftragt wurde mit der anstehenden Renovierung das in Bonn ansässige Unternehmen Klais